Observatorio Aurora Borealis

„Ich könnte stundenlang mich nachts in den gestirnten Himmel vertiefen, weil mir diese Unendlichkeit fernher flammender Welten wie ein Band zwischen diesem und dem künftigen Dasein erscheint.“ (Wilhelm von Humboldt)
 
Bereits vor über 2.000 Jahren berichteten Menschen vom Polarlicht. Etliche Kulturen sahen im Polarlicht die Übermittlung von Botschaften aus dem Jenseits oder von verstorbenen Vorfahren. Es kann grün gefärbt sein, aber auch rot, violett oder blau. Mitunter können sogar Mischfarben beobachtet werden. Dabei leuchtet das Polarlicht auf eine ganz eigene Weise. Diese besondere Leuchtkraft verschafft ihm seinen magischen und mystischen Ruf.
 
Die Insel Senja nahe der Stadt Tromsø befindet sich im Norden Norwegens. Die dem Meer zugewandte Seite ist felsig, schroff und geprägt durch die dramatische Fjordlandschaft. Die dem Festland zugewandte Seite hat einen lieblichen Charakter, welcher sich durch Birkenwälder, idyllische Seen- und Graslandschaften auszeichnet. Das Entwurfsareal befindet sich in Norden der Insel, oberhalb der Stadt Fjordgard an einem Bergsee. Es ist von schützenden Gebirgszügen umgeben und liegt dadurch in einer landschaftlichen Senke, sodass die Interventionen zunächst nicht direkt zu sehen sind. Der höchste Berg Segla, unmittelbar im Norden, ist zudem einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, der viele Wandernde anzieht. Die Entwurfsidee ist eine landschaftliche Inszenierung des Polarlichts an dem Ort zu integrieren. Zwei atmosphärische Gebäude werden in die Landschaft eingefügt, in denen Besucher*innen genügend Raum bekommen sollen, das beliebte Naturspektakel auf ihre eigene Art und Weise zu erleben, zu untersuchen und zu interpretieren.