Istanbul – Eine Stadt für alle

Diplom
 
Istanbul – die Stadt zwischen Orient und Okzident. Eine Stadt, der wechselnde Weltreiche und Zivilisationen (über) 1001 kulturelle Facetten und Traditionen verliehen haben. Dennoch hat die Krise, die die Stadt (und damit das Land) im Sommer 2013 erschüttert, nichts von einem Märchen.
Juni 2013: Nutzer des Gezi Parks entdecken, dass Bäume heimlich gefällt worden sind. Dies ist der Ausgangspunkt für heftige Proteste, die über ein Monat andauern werden. Währenddessen werden der Taksim Platz und Gezi Park von Protestierenden besetzt. Obwohl das Taksim-Platz-Projekt – das den Umbau des Platz und des Parks vorsieht – Auslöser der Bewegung war, ist es nur Teil einer komplexeren Situation, mit der die Bewohner*innen der Stadt zu kämpfen haben.
 
Anfang Juli hat ein Gericht die Pläne für die Umgestaltung des nahen Taksim-Platzes gestoppt. Der Park wurde am 8. Juli für das Publikum wieder eröffnet. Dennoch ist die Geschichte nicht zu Ende. Einerseits befindet sich die Stadt immer noch im Krisenzustand. Die Stimmung ist angespannt, viele Themen bleiben sensibel -die Gesellschaft ist geteilt.
Anderseits erleben viele Istanbuler eine neue demokratische Dynamik. Sie haben mit den Protesten verstanden, dass sie die Situation ändern/beeinflussen können. Seit Juli finden in über 40 Parks täglich Diskussionsforen statt, in denen die Folgen der Krise diskutiert werden.
 
Wie könnte man sich heute – nach den Protesten und in einer unruhigen und politisch geteilten Stadt – den Umbau dieses öffentlichen Raums vorstellen? Lassen sich Gestaltungsmodelle mit Partizipationscharakter entwickeln, ohne einen übergreifenden Gestaltungsrahmen aus der Hand zu geben? Welche Parameter sollten Planung einbeziehen ohne neue Proteste auszulösen?
Wie kann die Gestaltung eines solchen öffentlichen Raumes seiner Rolle in der Identitätsfindung der Stadt gerecht werden?