Bitterfeld – Adaptable city

Entwurf
Wettbewerb EUROPAN 12
 
Die Stadt Bitterfeld-Wolfen war bekannt als Zentrum der ostdeutschen Chemieindustrie. Als die durch industrielle Produktion verursachten Umweltverschmutzungen nicht mehr tolerierbar waren, erhielt nicht nur die Stadt einen schlechten Ruf, sondern es verloren durch die Stillegung von Industriebetrieben und das Ende des Braunkohlenbergbaus tausende Menschen ihre Arbeitsplätze. Dies war Anlass für intensive Versuche, einen Strukturwandel zu begleiten, der die Stadt wieder lebenswerter machen sollte.
 
Dennoch ist Bitterfeld heutzutage eine schrumpfende Stadt, die versucht, das Image der Stadt zu verbessern, um der Einwohnerabwanderung entgegenzuwirken. Unter dem Leitmotiv „ein Ort zum Leben“ im Gegensatz zu einem Ort, wo man „nur“ wohnt und arbeitet, plant Bitterfeld seine Weiterentwicklung zum Arbeits-, Wohn- und Freizeitstandort. Nachdem Naturbelange lange negiert wurden, nimmt die Landschaftsentwicklung heute einen hohen Stellenwert ein. Projektiert ist eine Neuorientierung der Innenstadt zum benachbarten Goitzschesee – einer gefluteten ehemaligen Tagebaugrube.
 
Entwurfsaufgabe war es, zwei Brachflächen zu betrachten, die mit ihrem Entwicklungspotential eine Chance darstellen, Orte mit einer besonderen Ausstrahlung und neuen Qualität anzubieten. Der Standort „Gartenstadt Süd“ – attraktiv durch seine Nähe zum Zentrum und zum Wasser und geprägt durch vorstädtische Bebauung –, scheint prädestiniert als zukünftiger Ort für Sport und Freizeit. Der Standort „StadtHafen“, mit direktem Bezug zum Wasser, ist als Ort für innovative Typologien von Wohnen/Arbeiten gedacht, sollte aber gleichzeitig eine Nutzungsvielfalt mit attraktiven Frei- und Aufenthaltsräumen anbieten.
 
Der Entwurf fand im Rahmen des internationalen Wettbewerbs Europan 12 statt. Die integrierte Vertiefung wurde vom Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS) zusammen mit dem Institute for Sustainable Urbanism (ISU) angeboten.